EmderLaufGemeinschaft e.V.
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"Peking war ein besonderes Lauferlebnis" |
| Helmund Kerkhoff
von der Emder Laufgemeinschaft ist ein begeisterter |
| Langstreckenläufer.
Seinen 40. Marathon absolvierte er am 17.Oktober 2004 in |
| Peking. Nachstehend
sein Stimmungsbericht. |
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Im Ziel von den Chinesen
immer wieder gern mit fotografiert:
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Helmund Kerkhoff
von der Emder LG.
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| Herumgereist bin
ich schon viel für meine Lauferei und habe dabei viel erlebt. |
| Und
deshalb musste es zum 40. Jubiläum auch etwas Besonderes sein. |
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| Marathon
in Peking, im Reich der Mitte, im Jahr des Affen, Marathon mitten in der |
| vom
Bauboom erfassten chinesischen Metropole, wo ganze Viertel Platz machen
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| müssen
für breite Straßen, utopische Bürohäuser und riesige Einkaufszentren. |
| Bis
zur Olympiade 2008 soll alles ganz neu aussehen und nebenbei möchte man |
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dem Rivalen Shanghai Paroli bieten. |
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| Der
Start zum Marathon war am vorletzten Sonntag am Tiananmen, dem Platz des |
| himmlischen
Friedens. Europäische Langnasen sind begehrt als Fotomotiv. Und so |
| stellte
ich mich geduldig vielen chinesischen Läufergruppen und den Fernsehteams |
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für Erinnerungsfotos zur Verfügung. |
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Die Tage vor dem Lauf waren sehr sonnig und warm, aber mit klarer Sicht
und |
| geringer
Luftfeuchtigkeit. Am Lauftag war die Sonne gnädig zu uns Läufern. Sie |
| versteckte
sich hinter den Wolken. Es war schwülwarm, und die Sicht betrug nur |
| etwa
einen Kilometer auf Grund von Dunst und Staub in der Luft. Dazu kamen die
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| normalen
Handicaps einer Laufreise: Zeitumstellung, zehnstündiger Flug, |
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anstrengendes Besichtigungsprogramm mit Tempeln, Palästen und der großen |
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Mauer, schlechter Schlaf im zu heißen Hotelzimmer mit lauter, aber nicht |
| funktionierender,
Klimaanlage und (selbstverschuldet) eine Rippenprellung von |
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von einem illegalen Kletterausflug an der großen Mauer. |
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25 016 Läufer sind auf den Beinen über verschiedenen Laufdistanzen. Zum
vollen |
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Marathon treten 3500 an, darunter 250 Ausländer, meist Japaner, Koreaner
und viele |
| Franzosen.
Aus Deutschland sind 19 Marathonläufer dabei. Ich treffe sie fast alle vor |
| dem
Start. Nach dem Start folgt eine Ehrenrunde um das Mao-Mausoleum. Nach |
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1,5 km haben wir den Platz des himmlischen Friedens immer noch nicht verlassen,
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| so
groß sind seine Ausmaße. Dann geht es auf große Ausfallstraßen nach Westen |
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und Norden aus der Stadt heraus. |
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Alles ist sehr gut organisiert. Zeitmessung mit Chip am Schuh, Getränke
alle 5 km, |
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viele Polizisten zur Absperrung und dazu noch viele Soldaten der Volksarmee
in |
| grüner
Uniform, strammstehend am Straßenrand, die Hände an der Hosennaht, |
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mit dem Rücken zu den Läufern. Nur wenige trauen sich, den Kopf zu wenden
und |
| den
Läufern zuzuschauen. |
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| Nach
8 km überholen mich die eine Viertelstunde später gestarteten 21 km- und
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| 10
km-Läufer. Auch die erste Frau des Marathons, die Vorjahressiegerin, flitzt
an mir |
| vorbei.
Ziemlich am Ende der Läuferfeldes gestartet, fange ich ab km 10 an, eine |
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Läufergruppe nach der anderen zu überholen. Ab km 15 sieht man die ersten |
| Fußgänger
und Läufer mit Muskelproblemen. Viele Chinesen scheinen nicht richtig |
| vorbereitet
zu sein und haben z.T. auch zu schlecht gedämpfte Schuhe. |
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(nebenbei: Laufschuhe kann man in Peking für 10 bis 45 Euro kaufen. Überhaupt
ist |
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Garderobe sehr günstig zu kaufen, ganz zu schweigen von der "echten Lolex
für zwei Eulo", |
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die man bei den fliegenden Händlern kaufen kann.) |
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| Die
letzten 12 km fallen mir wie erwartet sehr schwer. Zur warmen feuchten |
| Luft
kommt jetzt die direkte Sonne, dazu der typische Staub Pekings, der in Augen,
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| Nase
und Rachen brennt. Deshalb fange ich an, mir Kraft von den Zuschauern zu
holen. |
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Dazu brauche ich nur den Chinesen zu zu winken. Als Langnase haben sie mich
|
| sowieso
schon von weitem erkannt. Ich trage eine kleine Deutschland-Fahne an |
| meinem
Lauftrikot und erhalte daraufhin viele Zurufe. Ich werde oft fotografiert. |
| Die
Leute winken und rufen mir zu. Und diese Reaktion vom Publikum gibt Kraft |
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und puscht vorwärts. |
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| Arg
wird es auf dem 6-spurigen Badaling-Express-Highway, der in Richtung Große |
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Große Mauer führt. Wir laufen auf dem Randstreifen und werden von stinkenden |
| Linienbussen
überholt. Unter den Marathonläufern sieht man schon lange mehr |
| Fußgänger
als Läufer. Das stachelt meinen Ehrgeiz nur an. Den Chinesen will ich es |
| zeigen.
Ich möchte auf jeden Fall ohne Pausen ins Ziel kommen. Und mit einer |
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Rikscha will ich auch nicht ins Ziel gefahren werden müssen. Dann bin ich
im Ziel im |
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olympischen Sportpark am nördlichen Stadtrand, in dem auch das Olympiastadium |
| für
2008 gebaut werden soll. Ergebnis: Rang 884 in 3:45:45 Stunden und |
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achtbester Deutscher. |
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Bei den Damen hat die chinesische Vorjahressiegerin Sun Yingjie gewonnen
in |
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2:24:11 Stunden, bei den Männern der Kenianer James Moiben in 2:10:42 Stunden. |
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Obwohl der Marathon selbst nicht gerade empfehlenswert ist, wird mir das
gesamte |
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Erlebnis Boomtown Beijing mit den alten Kulturgütern, seinen Prachtbauten
und |
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kleinen Gassen und ärmlichen Hinterhöfen besonders in Erinnerung bleiben.
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| Emden, 08.11.2004
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| © Helmund Kerkhoff |
| E-Mail: Helmund.Kerkhoff@gmx.de |
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