EmderLaufGemeinschaft e.V.
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Der Comrades
- Ultra - Marathon, die andere Dimension !
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Zwei Läufer
der Emder LG stellten sich in Süd-Afrika der Herausforderung.
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Über ein besonderers
Lauferlebnis berichtet Fritz Koenigs (57) mehrfacher
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Teilnehmer an Marathonläufen
und Hobby-Läufer.
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Fritz ist vielen
bekannt als herausragender Tischtennis-Spieler,
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Trainer und Manager
der Regionalliga-Mannschaft von BW Emden-Borssum.
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"Vergesst Berlin, London und
New York.
Der ultimative Lauf, den man nicht
mehr steigern
kann, ist und bleibt der Comrades".
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| So begann ein Bericht eines
Marathonläufers in einer Läuferzeitschrift, |
| was auf den berühmten Comrades-Marathon
über 89 Km (!) von |
| Pietermaritzburg runter zur
Küste nach Durban am Indischen Ozean hinwies. |
| Neugierig wurde mein Sohn Lars
(30), mehrfacher Marathonläufer der Emder LG, |
| welcher seit einem Jahr beruflich
in Johannesburg tätig ist. |
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| Es reifte der Gedanke, am 16.
Juni 2003 beim, |
| dann zum 78. Mal ausgetragenen,
tranditionsreichsten Ultralauf der Welt |
| teilzunehmen, welcher zum Gedenken
an die gefallen "Kameraden" (daher |
| der Name Comrades) des 1. Weltkrieges
jedes Jahr stattfindet. |
| Der Clou des Laufes besteht
darin, daß jedes Jahr im Wechsel |
| "down" und "up"
gelaufen wird. Bei ungeraden Jahreszahlen, wie jetzt 2003, |
| wurde "down" von Pietermaritzburg
nach Durban gelaufen. Nächstes Jahr ist |
| dann die umgekehrte Richtung
zu absolvieren. |
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| Bei seinem Heimatbesuch über
Weihnachten 2002 begeisterte Lars |
| auch mich für diesen besonderen
Lauf. |
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| Die Vorbereitung beginnt: |
| So wurde ab Januar 2003 von
Beiden (Fritz in Emden und Lars in Süd-Afrika) |
| ein spezielles Training nach
südafrikanischen Trainingsplänen durchgezogen. |
| 6 x pro Woche wurde trainiert
und insgesamt 1.500 Km mussten |
| zurückgelegt werden. Viele
kurze Einheiten wechselten sich ab mit Längen |
| über 21, 30, 42, 50, 56
bis hin zu 62 Km ! Eine ganz harte Vorbereitungszeit. |
| Am 09. Juni 2003 (Pfingstmontag)
begann die Anreise über Bremen und |
| Zürich nach Johannesburg.
Nach einer Woche Aklimatisation in Johannesburg, |
| reisten wir dann mit unseren
Frauen von dort nach Durban am Indischen Ozean, |
| wo noch 4 Tage zur Eingewöhnung
blieben. Am Tag vor dem Rennen hatten |
| wir die Möglichkeit die
gesamte Laufstrecke abzufahren und dabei wuchs der |
| Respekt vor der Strecke von
Km zu Km. |
| Die Strecke: |
| Die Schwierigkeit beim Comrades
besteht darin, dass es sich um eine total |
| bergige und hügelige Strecke
handelt, wo es so gut wie keine längeren, |
| flachen Laufpassagen gibt. Trotz
insgesamt abfallender Strecke |
| (1.040 Höhenmeter Anstieg,
1.660 m Gefälle) ist es ein ständiges Auf und Ab |
| von Berg zu Berg, von Hügel
zu Hügel. Insgesamt 64x (!) wechselt die Laufsrecke |
| von Auf nach Ab und umgekehrt.
Die längste Aufwärtsstrecke betrug 5 Km, |
| abwärts waren mehrmals
3,5 Km zu bewältigen, alles auf asphaltierten Strassen. |
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Start vor dem Rathaus
in Pietermaritzburg am 16. Juni 2003 5:30 h
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| Der Start: |
| Trotz dieser Gewissheit ließen
wir uns nicht entmutigen und standen dann am |
| Montag (Feiertag in Süd-Afrika)
den 16. Juni 2003 um 5:30 h beim Rathaus in |
| Pietermaritzburg mit 13.374
(davon nur ca. 320 Ausländer, unter ihnen 27 Deutsche) |
| weiteren Läufern am Start
und stellten uns dieser schweren Aufgabe. |
| Zur Einstimmung für die
Läufer wurde der Song "Chariots of Fire" |
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von Vangelis 20 Minuten lang bis kurz
vor dem Start gespielt.
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| Bei empfindlich kalten 8 Grad
(zwei T-Shirts wurden extra übergezogen) und |
| völliger Dunkelheit wurden
die Läufer dann mit einem Hahnenschrei und |
| nachfolgendem Kanonendonner
vom Bürgermeister von Pietermaritzburg auf |
| die lange Reise geschickt. |
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| Unterwegs: |
| Die ersten Km ging es ständig
leicht bergauf und mit frischen Beinen war man |
| guten Mutes unterwegs. Nicht
so stimulierend war, dass die Km-Angaben nicht |
| die zurückgelegten wie
in Deutschland, sondern die noch zu laufenden |
| anzeigten - z.B. "80 Km
to go". |
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| Fantastisch waren die Verpflegungsstellen
unterwegs, wo in einem Abstand |
| von unter 2 Km insgesamt ca.
52 (!) Verpflegungsstände aufgebaut waren. |
| Mehr als 30.000 ehrenamtliche
Helfer machten einen phantastischen Job. |
| Es wurde alles angeboten was
das Läuferherz begehrt: Wasser, |
| Powerade, Cola, Bananen, Apfelsinen,
Schokolade, Kekse, gekochte Kartoffeln |
| usw. usw. Bis Km 23 lief für
uns Beide alles nach Plan und wir konnten |
| unseren Frauen (Betreuerinnen)
am Strassenrand Beruhigung signalisieren. |
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| Hunderttausende farbige und
weisse Zuschauer feuerten die Läufer an und viele |
| kleine, farbige Kinder mit ihrem
"Well Done" Anfeuerungen werden uns für |
| immer in Erinnerung bleiben.
Bei "Half-Way" (44,5 Km) lagen Lars (3:59 h) |
| und ich (4:59 h) durchaus noch
im geplanten Bereich, aber dann............. |
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Lars Koenigs Start-Nr.
42512 bei Km 53
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| Bis Km 53 hatten wir das schwierigste
Stück zu bewältigen, denn das Tal |
| der 1.000 Hügel, Drummond
Hill und Bothas Hill stellten wahre Klippen dar. |
| Es gab Anstiege, da lief kein
Läufer mehr, auch die Profis nicht, da war |
| einfach nur noch Gehen angesagt.
Unsere Betreuerinnen von Lars (Kerstin) |
| und mich (Lilly) sahen mit Sorgen,
welche Strapazen wir durchzustehen hatten. |
| Nach Bothas Hill gab es dann
sehr steile Abwärtsstrecken, wo die Muskeln |
| nur so heulten. Hier machte
sich für uns Ostfriesen bemerkbar, das wir nur auf |
| dem flachen Land zu Hause sind.
Ab Km 65 wurden auch die an sich wohltuenden |
| Abwärtsstrecken zur Qual,
die Oberschenkel verweigerten ihren Dienst. |
| Es war zum Teil die Hölle,
ich wollte bei Km 65 das Rennen schon beenden, |
| weil fast nichts mehr ging,
mich aber eine Massagestation wieder aufpäppelte. |
| Beide mussten wir davon mehrere
in Anspruch nehmen, weil sonst ein |
| Weiterkommen nicht möglich
gewesen wäre. |
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| Meine gut erkennbare, ausländische
Start-Nr. (mit meinem Namen) hat mir in |
| dieser Phase sehr geholfen,
denn ich konnte die vielen aufmunternden Zurufe |
| mehrerer Mitläufer nicht
mehr zählen. "Fritz from Germany, you must go on.......",
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| ich habe es bei meinen Gehpausen
sehr, sehr oft gehört, es war einmalig........... |
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| Inzwischen brannte natürlich
auch die Sonne vom Himmel und obwohl dort |
| afrikanischer Winter herrschte,
war es uns bei 25 Grad absolut nicht nach Winter |
| zu Mute. Mit viel Taktik, sprich
ständigem Wechsel von Lauf- und Gehphasen, |
| legten wir dann aber weiter
Km um Km zurück, bis dann endlich die Skyline |
| von Durban in's Blickfeld kam.
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| Das Ziel "Durban" |
| Zwei letzte zermürbende
Hügel, dann ging es hinunter nach Durban, an Massen |
| von jubelnden Zuschauern vorbei
in das vollbesetzte Kricketstadion Kingsmead. |
| Nach einer kleinen Ehrenrunde
im Stadion, auf herrlich kurzem Rasen, |
| erreichte Lars nach 9:22 h
das ersehnte Ziel, was Platz 3.675 im |
| Gesamtklassement bedeutete.
Für mich blieben kurz vor Toresschluss |
| bei 11:39 h (Platz 10.359)
die Stoppuhren stehen, als ich überglücklich die |
| Zielline überquerte. Eine
Besonderheit beim Comrades ist nämlich auch der |
| Zielschluss. Nach 12 Stunden
wird das Ziel mit Barrieren abgeriegel und die |
| Stadiontore geschlossen. Die
danach eintreffenden Läufer dürfen nicht mehr |
| einlaufen, bekommen auch keine
Medaille und werden auch nicht in den |
| Ergebnislisten aufgeführt.
Von den am Morgen gestarteten Läufern erreichten |
| 1.977 (!) nicht das Ziel in
Durban in den gefordeten 12 h. |
| Sieger bei den Frauen wurde
die Russin Elena Nurgalieva in 6:07:47 h, |
| bei den Männern siegte
der einheimische Fusi Nhlapo in unglaublichen |
| 5:28:52 h, was die neuntschnellste
je auf diesem Down-Hill-Kurs erzielte |
| Zeit bedeutete. Nach Zieleinlauf
wurden die ausländischen Läufer |
| und Betreuer in einen extra
für sie abgesperrten VIP-Bereich geführt, |
| wo sie mit Essen und Getränken
reichlich versorgt wurden, |
| was wir sichtlich genossen.
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| Auch wenn wir Beide fix und
fertig waren, es war schon ein irres Gefühl, |
| am wohl bedeutensten Ultralauf
und dem wahrscheinlich weltweit |
| grossartigstem Laufereignis
teilgenommen und ihn bestanden zu haben. |
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| Das riesige Medienintresse, das Rennen |
| wurde 13 h live im Fernsehen übertragen |
| und das am südafrikanischem Nationalfeiertag. |
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| Die begeisterungsfähigen Zuschauer, |
| welche besonders die wenigen ausländischen
|
| Läufer extrem freundlich aufgenommen, |
| angefeuert und versorgt haben. |
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| All diese Eindrücke werden wir in unserem |
| Läuferleben wohl nie vergessen können,
|
| welche auch mehr als Entschädigung für |
| all die durchstandenen Strapazen waren. |
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| Das war halt eine andere Dimension ! |
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Lars und Fritz
Koenigs nach dem Lauf im Kricketstadion Kingsmead zu Durban
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